Haut, Haare & Körperpflege in den Wechseljahren: Was sich verändert – und was wirklich hilft

12. november 2025

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Sinkende Östrogenspiegel verändern Haut, Haare und Schleimhäute spürbar. Die Haut bindet weniger Wasser, die Barriere schwächelt, Kollagen nimmt ab; Haare werden feiner und fallen phasenweise stärker aus; im Intimbereich treten Trockenheit, Jucken oder Brennen auf. Die gute Nachricht: Mit ein paar evidenzbasierten Schritten lassen sich Beschwerden meist deutlich lindern.

Haare: dünner, feiner, mehr Ausfall?

Häufig zeigt sich eine spätere Form der androgenetischen Alopezie (Female Pattern Hair Loss, FPHL) mit lichter werdendem Scheitel. Zusätzlich können hormonelle Umstellungen ein Telogeneffluvium (diffuser Ausfall) auslösen. Standardtherapie ist topisches Minoxidil 5 % (Schaum/Lösung); sichtbare Effekte nach 3–6 Monaten. Bei klarer Androgen-Sensitivität sind unter ärztlicher Aufsicht antiandrogene Optionen möglich. Nahrungsergänzungen helfen i.d.R. nur bei nachgewiesenem Mangel (z. B. Eisen, Biotin). Grundsätzlich ist aber auf genug Protein in der Ernährung zu achten. 

 

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Gesicht & Körperhaut: trockener, dünner, weniger „Glow“

In den ersten Jahren nach der Menopause sinken Kollagengehalt, Elastizität und Wasserbindung; die Barriere wird empfindlicher, die Textur rauer. Alltagstauglich sind: milde Reinigung (pH-nah, ohne Duftstoffe), Feuchthaltefaktoren (Glycerin, Urea) und Barriere-Lipide (Ceramide), dazu täglicher UV-Schutz (LSF 30+) und vorsichtig eingeschlichene Wirkstoffe wie Retinoide oder AHA. 

Eine systemische Hormontherapie (HRT) kann Hautfeuchte und Elastizität positiv beeinflussen, ist aber primär zur Behandlung belastender Wechseljahrsbeschwerden indiziert; Nutzen/Risiken müssen individuell abgewägt werden. 

Intimbereich: Trockenheit, Jucken, Brennen – häufig und gut behandelbar

GSM (Genitourinary Syndrome of Menopause) umfasst Trockenheit, Brennen, Schmerzen beim Sex sowie Harnwegsbeschwerden. Erste Schritte: vaginale Feuchtigkeitsgele und Gleitmittel. Bei moderaten bis starken Beschwerden sind lokal niedrig dosierte vaginale Östrogene Therapie der ersten Wahl; systemische Spiegel bleiben sehr niedrig. Auch mit Lasertherapie lassen sich gute Erfolge erzielen. Cremes & Gels können zusätzlich ein gutes Gefühl geben, lindern die Beschwerden aber nicht nachhaltig.

Was heute schon hilft

Pflege umstellen

mild reinigen; morgens UV-Schutz, abends Feuchtigkeit + Lipide; Retinoid/AHA langsam einschleichen.

Kopfhaut-Routine

schonend waschen, mechanischen Stress reduzieren; bei anhaltendem Ausfall Dermatologie-Termin; Minoxidil 5 % erwägen.

Intimpflege

regelmäßig Feuchtigkeitsgel/Gleitmittel; bei Beschwerden frühzeitig lokale Hormontherapie besprechen.

Lebensstil

Sonnenschutz, ausreichend Protein, Schlaf, Stressmanagement.